Visual Computing Report

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Auf ein Wort

Institutsleitung des Fraunhofer IGD -  Dr.-Ing. Matthias Unbescheiden

Liebe Freunde und Partner,

Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Transformationen. Technologien entwickeln sich rasant weiter, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen werden komplexer, und die Erwartungen an Wissenschaft und nutzbare Innovation steigen. Für ein Institut wie das Fraunhofer IGD bedeutet das vor allem eines: Unsere Forschung muss nah an der Anwendung bleiben und ihren Nutzen für Wirtschaft, öffentliche Einrichtungen und Gesellschaft unmittelbar entfalten.

Diese Ausrichtung prägt unser Handeln seit vielen Jahren, und wir haben sie auch in diesem Jahr weiter geschärft. Ein wichtiger Schritt dabei war die Weiterentwicklung unserer Branchenstruktur.

Indem wir unseren Branchenfokus von »Automotive« hin zu »Manufacturing and Mobility« weiter schärfen, setzen wir einen klaren Schwerpunkt und tragen der engen Verzahnung von Produktion und Mobilität in vernetzten Wertschöpfungsketten Rechnung.

Ergänzend dazu wurde aus der Branche »Software und IT-Wirtschaft« nun »Infrastruktur und Public Services« und beschreibt, wo digitale Technologien heute zentral wirken: bei kommunalen Dienstleistungen, bei der Stadt- und Raumplanung, im Umweltmonitoring oder beim Betrieb kritischer Infrastrukturen sowie in der öffentlichen Sicherheit und Gefahrenabwehr.

Wie relevant diese Neuausrichtung ist, zeigt ein Beispiel aus der europäischen Forschung. Im EU-Projekt FOCAL entwickeln wir ein offenes digitales Ökosystem, um Klima-, Umwelt- und Erdbeobachtungsdaten dort verfügbar zu machen, wo sie gebraucht werden, und zwar lokal, unmittelbar, entscheidungsrelevant. Dadurch können Kommunen Hitzeinseln identifizieren, klimaresiliente Infrastruktur planen oder geeignete Baumarten im urbanen Raum datenbasiert auswählen. Forschung wird hier direkt zu einem Werkzeug, das Städte, Verwaltungen und öffentliche Dienste handlungsfähiger macht.

Unsere strategische Branchenorientierung trägt spürbar zu dieser Fokussierung bei. Sie erleichtert den Transfer in die Wirtschaft und eröffnet neue Anwendungsfelder. Mit Neugier, Konsequenz und dem Anspruch, Wissen in Wirkung zu verwandeln, werden wir diese weiter ausbauen und festigen.

Diese Fokussierung zeigt sich auch in übergreifenden Zukunftsthemen, die in vielen technologischen Bereichen an Bedeutung gewinnen, zum Beispiel beim Thema Dual Use. Technologien, die sowohl zivile als auch sicherheitsrelevante Anwendungen haben können, verlangen einen verantwortungsvollen Umgang. Gerade in Hessen zeigt sich die thematische Stärke der Fraunhofer-Gemeinschaft darin, dass vier Institute ihre Kompetenzen bündeln und gemeinsam Lösungen für diese Fragestellungen vorantreiben.

Am Fraunhofer IGD stehen dabei KI-gestützte Lagebilder, Geodatenanalyse und maritime Sensorik im Mittelpunkt, mit denen wir Behörden und Einsatzorganisationen bei Krisenmanagement, Infrastrukturresilienz und Sicherheit unterstützen. Darauf aufbauend entstehen Entscheidungs- und Assistenzsysteme, die Echtzeitanomalien erkennen und automatisiert priorisierte Handlungsempfehlungen ableiten.

Auf diese Weise stärken wir ein Feld, das unserem Kerngeschäft entspricht: die Verbindung von Computer Vision, Computergraphik, Data Science und Künstlicher Intelligenz, um komplexe Zusammenhänge sichtbar und datenbasierte Entscheidungen wirksam nutzbar zu machen.

 

Institutsleitung

Dr.-Ing. Matthias Unbescheiden

Unsere Lösungen: Praxisnah. Skalierbar. Anwendungsorientiert.

5 Branchen des Fraunhofer IGD

In vier Kernbranchen entwickeln wir anwendungsspezifische Lösungen, die präzise auf konkrete Bedarfe unserer Partner zugeschnitten sind. Diese Branchen stehen stellvertretend für die Breite unserer Forschungsfelder, mit Fokus auf praktischer Relevanz und Skalierbarkeit. 

Leistungsbereiche

Atom-Symbol in einem Hexagon, steht für Problemanalyse der Leistungsbereiche

Problemanalyse

Vorhandene Prozesse und Geschäftssysteme werden analysiert, indem wir verfügbare Daten und Datenquellen strukturiert durchsuchen, aggregieren, fusionieren und verknüpfen, um Optimierungspotenziale zu identifizieren.

Dabei sind ein optimales Datenmanagement sowie eine effiziente Datenhaltung und -verarbeitung für uns relevant, um über eine Kombination aus automatischen Analytics-Methoden und Visualisierung wesentliche Erkenntnisse aus den Datenmengen zu erzielen.

Kunden erhalten mittels Big Data, Machine Learning und KI-Methoden einen tiefen Einblick in ihre Daten und in die Zusammenhänge, welche in ihren heterogenen Daten stecken.

Symbol eines Monitors mit Code-Zeichen und vernetzten Knoten, steht für Konzeption von Software- und Hardwaresystemen

Konzeption von Software- und Hardwaresystemen

Basierend auf einer detaillierten Anforderungsanalyse werden über einen nutzerzentrierten, agilen und iterativen Ansatz Software- und Hardwaresysteme konzipiert, die auf den Kunden und seine spezifischen Aufgaben mit dem Ziel der Visualisierung komplexer Daten zugeschnitten sind.

Mittels der Identifikation der technischen Bausteine und Verfahren werden Zielbilder für neue Systeme und Verbesserungsvorschläge für bestehende Systeme erstellt.

Optimale Bedienbarkeit, User Centered Design (HCI, UI), Effizienz und neuartige Funktionalitäten sind unser Ziel. Wir garantieren dies unseren Kunden durch Software-Entwurfsmethodiken, -Entwicklungsumgebungen und -Testmethoden auf Industriestandard.

Abstraktes Ziel- und Positionssymbol in einem Hexagon, steht für Entwicklung von Prototypen

Entwicklung von Prototypen

Ergebnis unserer Tätigkeit muss nicht nur ein Konzeptpapier sein, sondern es kann auch ein belastbarer Prototyp entstehen, der sich umfänglich auf alle Leistungsmerkmale hin prüfen lässt.

Dabei erfolgt das Prototyping iterativ und in intensivem Austausch mit dem Kunden, sodass wesentliche Designentscheidungen zu Funktionalitäten schnell und effizient abgestimmt werden können und Entwicklungen immer zielorientiert erfolgen.

Durch den schnellen Aufbau von Prototypen bieten wir mithilfe von Tests und Validierungen den Nachweis von Machbarkeit und Nutzen, helfen Risiken zu minimieren und Entscheidungen über Umsetzungen zu treffen.

Symbol einer Person mit Smartphone und 3D-Objekt, steht für Realisierung und Implementierung visuell-interaktiver Systeme

Realisierung und Implementierung visuell-interaktiver Systeme

Individuelle Lösungen oder auch Prototypen werden zu einem anwendungsbereiten operativen System entwickelt, das sowohl in der Software als auch in der Hardware replizierbar ist.

Mittels HW/SW-Integration, Tests und dem Roll-out werden diese Lösungen so umgesetzt, dass sie optimal in die existierende Systemumgebung des Kunden integriert werden können.

Zusätzlich zu einer Betreuung in der Einführungsphase gibt es die Softwarelösungen zum Kauf oder zur Lizenzierung mit fortlaufender Betreuung.

Auch zertifizierte Software-Entwicklungsprozesse nach DIN EN ISO sind auf Nachfrage möglich.

Unsere Kernkompetenzen

Unsere Kompetenzen und Technologien gliedern sich in vier Leistungsbereiche und decken alle anwendungsrelevanten Kompetenzfelder im Visual Computing ab. Unsere crossfunktionalen Teams aus Expertinnen und Experten unterstützen in fünf Fokusbranchen Kundschaft aus Wirtschaft und Politik mit flexiblen Softwarelösungen.

Manufacturing and Mobility

Wir entwickeln innovative Technologien für den Mobilitätssektor – von Herstellern über Zulieferer bis hin zu Softwareanbietern und Unternehmen des Maschinenbaus. Wir offerieren maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, Produktion und After Sales. Mit Computergraphik, Computer Vision, Data Science und KI machen wir Prozesse effizienter, Produkte intelligenter und ermöglichen neue Workflows. Unsere Spitzenforschung treibt die technologische Transformation voran und liefert der Industrie anwendungsspezifische Lösungen.

 

Weitere Informationen

Logo von Manufacturing and Mobility - Symbol zweier Roboterarme, die ein Auto in einer Produktionslinie montieren

Technologieplattform für Reifenabrieb und dessen Emissionsidentifikation im Straßenverkehr

Reifenabrieb ist eine der größten Quellen verkehrsbedingter Feinstaub- und Mikroplastikemissionen. Um realitätsnahen Abrieb zu erzeugen, zu analysieren und zu bewerten, ist eine standardisierte Plattform entwickelt worden – der Projektname TERiS steht für Technologieplattform für Reifenabrieb und dessen Emissionsidentifikation im Straßenverkehr. 

 
 

Simulationsgestützte visuelle Inspektion

Visuelle Oberflächeninspektion ist zentral, um Qualität zu sichern, stößt jedoch bei variierenden Texturen, komplexen Geometrien und hochreflektierenden Materialien an Grenzen. KI-gestützte Inspektion bietet Potenzial, benötigt aber umfangreiche und vielfältige Trainingsdaten – häufig ein Engpass. Das Projekt SimVision (Simulationsgestützte visuelle Inspektion) untersucht daher den Einsatz synthetisch generierter Daten. Gemeinsam mit Fraunhofer ITWM, Fraunhofer IST und der TU Wien wird ein flexibler Inspektions-Demonstrator entwickelt. Des Weiteren werden Anforderungen und der Mehrwert synthetischer Daten analysiert. Das Fraunhofer IGD steuert seine Expertise in der Geometrie- und CAD-Datenverarbeitung zur modellbasierten Geometriesynthese bei.

Echtzeiterkennung von Werkzeugverschleiß

Werkzeugverschleiß ist ein zentraler Kosten- und Qualitätsfaktor in der Blechverarbeitung, insbesondere für KMU. Stichprobenartige Prüfungen unterbrechen den Arbeitsprozess und reichen bei hochfesten Materialien im Zuge der Fahrzeugelektrifizierung oft nicht mehr aus. Das AiF-geförderte EFB-Projekt untersucht daher systematisch den Verschleiß in mehrstufigen Umformprozessen und entwickelt eine Richtlinie für KMU. 

Gesundheit und Pflege

Wir widmen unsere Leistungen Unternehmen der industriellen Gesundheitswirtschaft und der medizinischen Versorgung. Mit unseren digitalen Lösungen für die individuelle Gesundheit werden wir die Medizin personalisieren, wobei wir beim Entwickeln und bei der Evaluation Patientenschutz, Datensicherheit, Diagnoseabsicherung und systematische Dokumentation berücksichtigen. Unsere Anwendungen unterstützen bei der Prävention zu Hause und am Arbeitsplatz, bei der Diagnostik und Therapie in der Arztpraxis und Klinik, aber auch bei der Rehabilitation und Pflege.

 

Weitere Informationen

Logo von Gesundheit und Pflege - Symbol zweier Hände, die ein Herz mit medizinischem Kreuz halten
 

Früherkennung von Osteoporose durch automatisierte CT-Analyse

Osteoporose ist eine der Hauptursachen für Knochenbrüche im Alter, bleibt aber oft unerkannt. Das Fraunhofer IGD entwickelt im Projekt BMDnow gemeinsam mit Garritz und dem Universitätsklinikum Frankfurt/Main eine vollautomatische Auswertungsmethode für CT-Aufnahmen, die die Knochendichte einzelner Wirbel präzise bestimmt. 

 

KI und Photonik für eine präzisere Hautkrebsdiagnose

Im Projekt TARGET-H entwickelt das Fraunhofer IGD mit Verbundpartnern seit April 2025 neue Ansätze, um Hautkrebs früher, gezielter und schonender zu erkennen und zu behandeln. Indem photonische Technologien, KI-basierte Bildgebung und innovative Diagnoseverfahren miteinander kombiniert werden, lassen sich Therapien wie die Kaltplasma-Behandlung wissenschaftlich evaluieren.

 

Barrierefreie Mobilität im Sinne einer altersgerechten Stadtentwicklung

Ältere Menschen sind auf barrierefreie Wege angewiesen, um aktiv am Stadtleben teilzunehmen. Das Projekt »Mobile-S« erfasst mithilfe von Sensorik systematisch Mobilitätshemmnisse im Quartier – etwa Wegeschäden, Baustellen, fehlende Sitzgelegenheiten oder schwierig zugängliche Toiletten. Aus diesen Daten entsteht eine seniorenfreundliche Navigationshilfe, die Hindernisse sichtbar macht und Stadtplanende darin unterstützt, Infrastruktur altersgerecht zu entwickeln.

Infrastruktur und Public Services

Mit unserer Spitzenforschung gestalten wir die Twin Transformation – die integrierte digitale und nachhaltige Weiterentwicklung. Mit anwendungsspezifischen Lösungen sind wir ein zentraler Partner für Akteure aus den Bereichen Infrastruktur und Public Services, die grundlegende infrastrukturelle Einrichtungen betreiben und öffentliche Dienstleistungen bereitstellen. Schwerpunktmäßig geht es um die Verkehrs-, Energie-, Telekommunikations- und IT-Infrastruktur über Bau und Sicherheit bis hin zur Verwaltung, Smart City sowie Cyber- und Informationssicherheit. Damit schaffen wir zentrale Grundlagen für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

 

Weitere Informationen

Logo von Infrastruktur und Public Services - Symbol eines Monitors mit Zahnrad und Code
 

Der Mehrwert annotierter Umweltdaten für nachhaltige KI

Im Auftrag des Umweltbundesamts stärkt das Projekt LabelledGreenData4All die Grundlage für KI in der Umweltforschung: Qualitativ hochwertige, harmonisierte und annotierte Umweltdaten sollen besser verfügbar und sichtbar werden; zugleich entstehen strategische Empfehlungen dazu, in welchen Anwendungsbereichen und mit welchen Daten Machine-Learning-Modelle (ML) den größten Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen leisten. 

 

Die Zukunft der KI beginnt am Rand des Netzwerks

Das EU-geförderte Projekt dAIEdge entwickelt Technologien für die nächste Generation vertrauenswürdiger, effizienter Edge-KI, bei der Daten direkt auf Endgeräten verarbeitet werden – für kürzere Reaktionszeiten, weniger Bandbreite und besseren Schutz sensibler Informationen. Das Ziel ist, Europas Wettbewerbsfähigkeit in der KI nachhaltig zu stärken. Das Fraunhofer IGD bringt Expertise in neuromorpher Bildverarbeitung ein und leitet das Arbeitspaket »Demonstratoren«. 

 

Interaktive Visualisierungen zur verständlichen Schwachstellenanalyse und -behebung

AVSV 2 ist ein von ATHENE – dem Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit – gefördertes Projekt im Forschungsbereich »Automatic Vulnerability Scanning and Verification« (AVSV). Das Projekt wird gemeinsam mit dem Fraunhofer SIT bearbeitet.

Maritime Wirtschaft

Wir unterstützen die Digitalisierung der maritimen Branche. Durch marktgerechte Produkte und neue Geschäftsmodelle sichern wir gemeinsam Ihre technologische Leistungsfähigkeit. Wenn es darum geht, die Meere als Naturraum zu schützen und als Wirtschaftsraum nachhaltig zu nutzen, können Sie auf unsere Innovationskraft und unser Wissen um die besonderen Anforderungen und Randbedingungen der maritimen Wirtschaft setzen. Wir unterstützen Sie mit bedarfsgerechten Lösungen im, am und auf dem Wasser.

 

Weitere Informationen

Logo von Maritime Wirtschaft - Symbol eines Schiffs auf Wellen
 

Digital Ocean Lab

Das Digital Ocean Lab vor der Küste von Nienhagen in der Ostsee ist ein einzigartiges Unterwasserlabor der Fraunhofer-Gesellschaft. Es bietet der Forschung, Industrie und Behörden realistische Testbedingungen für neue Unterwassertechnologien. In verschiedenen maritimen Umgebungen lassen sich Prototypen, Materialien und Services sicher erproben – etwa für die Unterwassererkundung, umweltbezogene und maritime Überwachung sowie die Detektion und Räumung von Altmunition. Indem es Forschung und Praxis miteinander verzahnt, ermöglicht das von der NATO gelistete Digital Ocean Lab schnellere Innovationszyklen und trägt dazu bei, Meeresökosysteme besser zu verstehen, maritime Sicherheit zu stärken und nachhaltige Technologien für die Zukunft der Meeresforschung zu entwickeln.

 

OTC-Mariculture 2

Das Projekt OTC-Mariculture 2 entwickelt ein autonomes, KI-gestütztes System, um Aquakulturanlagen zu steuern und zu überwachen. Von Oktober 2024 bis September 2027 entsteht im Rahmen des Ocean Technology Cluster Rostock unter Beteiligung der Universität Rostock, des Fraunhofer IGD und weiterer Partner ein intelligenter Service für Fischzuchtbetriebe (»Aquaculture-as-a-Service«, AQaaS). 

Underwater Security (UnderSec)

Das EU-Projekt UnderSec stärkt seit Oktober 2023 die maritime Gefahrenabwehr durch ein internationales Konsortium aus Forschung, Industrie und Endnutzern wie Küstenwache und Hafenbehörden. Ziel ist ein Prototypsystem, das mithilfe multimodaler Sensorik und Robotik das Situationsbewusstsein und die Reaktionsfähigkeit unter und über Wasser verbessert. 

 

Bioökonomie

Wir unterstützen Wirtschaft und öffentliche Institutionen dabei, nachhaltige und technologisch fortschrittliche Konzepte für die Bioökonomie zu entwickeln. Unsere anwendungsorientierten Systemlösungen sind speziell auf die Optimierung des Ressourceneinsatzes in der Lebensmittelund Rohstoffproduktion, die Überwachung von Tierwohl und die Inwertsetzung der Ökosystemleistungen ausgerichtet – nachhaltig und resilient. Mit unserer Expertise im Visual Computing bieten wir Werkzeuge zur Erfassung, Interpretation und Visualisierung von Daten, um Prozesse zu verbessern und neue Vermarktungskonzepte zu kreieren.

 

Weitere Informationen

Logo von Bioökonomie - Vier Symbole für Krankenhaus, Stadt, Gebäude und Natur
 

KI-gestützte Ultraschallanalyse zur automatisierten Trächtigkeitsbestimmung bei Kühen

Das Projekt entwickelt eine KI-gestützte Ultraschallanalyse, um die Trächtigkeit bei Kühen automatisiert zu bestimmen. Die Technologie erkennt Flüssigkeitsareale, filtert Artefakte, vermisst Gebärmutterstrukturen und liefert präzise Ergebnisse in Echtzeit. 

 

Inwertsetzung von Mooren als CO₂-Speicher

Das Projekt VALPEATS entwickelt ein digitales, KI-basiertes Monitoringwerkzeug zur Bewertung wiedervernässter Moorflächen. Es verknüpft Daten aus der Grundlagenforschung mit Echtzeitmessungen von Wasser- und Bodenparametern sowie KI-gestützter Drohnenbildanalyse. So können Vegetationsinformationen und hydrologische Daten genutzt werden, um Treibhausgasflüsse und Biodiversität zu modellieren. 

 

Innovations-Gut von Thünen: Praxisnahe Forschung für die Landwirtschaft der Zukunft in Deutschland

Das Innovations-Gut von Thünen in Tellow ist ein Reallabor für digitale und automatisierte Technologien im Ackerbau. Ziel ist es, Smart-Farming-Lösungen unter realen Bedingungen zu erproben und die Transformation zu einer ressourcenschonenden Landwirtschaft voranzutreiben.

Wissenschaftliche Exzellenz

Neugierde ist unser Antrieb! Am Fraunhofer IGD verbinden wir exzellente Forschung mit technologischem Pioniergeist – getragen von einer starken wissenschaftlichen Ausbildung und der engen Zusammenarbeit mit der universitären Grundlagenforschung. Ein besonderer Höhepunkt war die Computer Graphics Night 2025, die im Rahmen des Jubiläums »50 Jahre GRIS« stattfand. Gemeinsam mit der TU Darmstadt feierte das Fraunhofer IGD fünf Jahrzehnte Visual Computing – mit inspirierenden Fachvorträgen, persönlichem Austausch und einem Blick auf die Zukunft der Disziplin. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Würdigung herausragender wissenschaftlicher Leistungen: exzellente Dissertationen, ausgezeichnete Abschlussarbeiten sowie prämierte Best Paper Awards, vergeben von einer unabhängigen externen Jury. Die hier vorgestellten Arbeiten stehen exemplarisch für die wissenschaftliche Exzellenz des Fraunhofer IGD.

 

Research Coach

Als eines der wenigen Fraunhofer-Institute beschäftigen wir einen eigenen Research Coach, der sich dem wissenschaftlichen Nachwuchs widmet. Er berät alle Beschäftigten bei Fragen zum Publizieren und unterstützt bei der Entwicklung der wissenschaftlichen Laufbahn.

 

Wissenschaftliche Vernetzung

Das Fraunhofer IGD arbeitet mit anderen Forschungseinrichtungen sowie Universitäten und Hochschulen in verschiedenen Initiativen und Projekten eng zusammen, wie beispielsweise dem Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE, dem Zentrum für Angewandtes Quantencomputing ZAQC oder dem Ocean Technology Campus Rostock.

Praxiserfahrung für Studierende

Wir bieten laufend Praktika und Anstellungen für Studierende an. Viele, die auf diesem Wege bei uns hineingeschnuppert haben, finden später erneut den Weg zu uns – als wissenschaftliches Personal.

Akademische Lehre

Mitarbeitende des Fraunhofer IGD haben insgesamt fünf Professuren an der TU Darmstadt sowie der Universität Rostock inne und halten ca. 30 unterschiedliche Vorlesungen pro Jahr.

Abschlussarbeiten bei Fraunhofer

Wir betreuen rund 70 Bachelor- und Masterarbeiten über alle Standorte hinweg.

Publikationen

Die zahlreichen Publikationen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IGD auch 2025 wieder veröffentlicht haben, beweisen die exzellente Forschungsleistung unseres Instituts.

Best Paper Award

Jedes Jahr prämiert eine unabhängige Jury aus externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die besten Veröffentlichungen auf der Computer Graphics Night.

Grafik mit Aussagen zur Überführung von Forschung in die Anwendung und zur Stärkung von Wirtschaft, Nachwuchs und Innovation.

Unsere Spin-offs

Technologische Innovationen in den Wirtschaftskreislauf und in die Öffentlichkeit bringen – das ist die Mission der Fraunhofer-Gesellschaft. Ausgründungen bilden eine wichtige und vor allem effektive Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft und sind ein direkter Katalysator für den Innovationstransfer. Ohne den funktionierenden Transport von Forschungserkenntnissen in die unternehmerische Anwendung sind viele Entwicklungen nicht denkbar. Der richtige Gründergeist und unternehmerisches Denken sind, gepaart mit wissenschaftlicher Exzellenz, die wichtigsten Bausteine für ein erfolgreiches Spin-off. Das Fraunhofer IGD ist seit Jahren eines der ausgründungsstärksten Institute der Fraunhofer-Gesellschaft: echter Gründergeist für Spitzentechnologie.

KI für gesundes Wasser: Von der Forschung zur Ausgründung

 

 

Mit photomicAI entsteht am Fraunhofer IGD in Rostock ein Spin-off, das die Analyse von Wasserproben grundlegend verändern wird. Das Team entwickelt eine KI-basierte Software, die Mikroskopaufnahmen automatisch auswertet und so eine schnelle, präzise und kosteneffiziente Planktonanalyse ermöglicht. 

Diese Technologie adressiert direkt zentrale Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, die ein lückenloses Monitoring der Gewässerqualität fordern.

Heute dauert die manuelle Auswertung einer Probe in der Umweltanalytik rund zweieinhalb Stunden – ein Prozess, der hohe Expertise erfordert und durch den Fachkräftemangel zunehmend unter Druck gerät. photomicAI reduziert diesen Aufwand auf wenige Minuten und liefert gleichzeitig höhere Genauigkeit: Das KI-Modell erkennt Hunderte Planktonarten, arbeitet robust mit unterschiedlichsten Mikroskopen und bestimmt zusätzlich pixelgenau Größe und Biovolumen einzelner Organismen. Das sind Kennzahlen, die für gesetzlich vorgeschriebene Monitoringverfahren essenziell sind.

 

Die Ausgründung entsteht aus mehreren Forschungs- und Entwicklungsprojekten am Fraunhofer IGD, unter anderem den Vorhaben PlanC-1 (Phytoplankton) und PlanC-2 (Zooplankton). Beide Bereiche zusammen ermöglichen erstmals ein KI-gestütztes Monitoring des gesamten planktonischen Ökosystems eines Gewässers – von Algen bis zu tierischem Plankton. Erste Pilotnutzer, darunter Umweltämter, analytische Dienstleister und Universitäten, arbeiten bereits mit einer Beta-Version der Software.

 

Ein besonderer Erfolg: Das Team ist nicht nur Teil des Fraunhofer-AHEAD Deep Tech Accelerators, sondern erhielt zudem die exklusive AHEAD-Plus-Förderung – eine Auszeichnung, die nur wenigen Projekten zuteilwird. Insgesamt wurden bislang 261.000 Euro Förderung bereitgestellt. Darüber hinaus ist photomicAI Teil des OTC Maritime Incubators in Rostock, womit künftig auch das BMBF-Logo im Förderkontext geführt werden kann.

» Mit photomicAI wollen wir ermöglichen, was bisher kaum machbar war: Ein skalierbares, hochpräzises Umweltmonitoring, das den Zustand unserer Gewässer wirklich widerspiegelt.« 

- Dennis Sidin

Die Ausgründung von photomicAI steht nun kurz bevor: Im Mai 2026 wird das Team den Schritt aus dem Fraunhofer-Kontext in die unternehmerische Eigenständigkeit vollziehen. Bis dahin wird der Nutzerkreis weiter ausgebaut und die Analysesoftware kontinuierlich verfeinert. Die bisherigen Rückmeldungen aus Pilotanwendungen zeigen deutlich, welches Potenzial in der Technologie steckt:

Sie ermöglicht häufigere und detailliertere Probenahmen, reduziert Zeit- und Kostenaufwand erheblich und stärkt Behörden, Forschungseinrichtungen und Dienstleister dabei, den Zustand unserer Flüsse, Seen und Küstengewässer zuverlässig zu beurteilen. photomicAI schafft damit die Grundlage für ein skalierbares, zukunftsfähiges Umweltmonitoring – genau zum richtigen Zeitpunkt.

Übersicht all unserer Spin-offs

Fraunhofer-Forschung wirkt

Infografik zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekten der Fraunhofer-Forschung mit Kennzahlen zu Innovation, Wachstum und Produktivität

Um ihre ökonomischen Wirkungen konkret zu analysieren, hat die Fraunhofer-Gesellschaft in einer Reihe von Studien wiederholt analysieren lassen, welchen Impact ihre Forschungsaktivitäten für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland leisten. Alle Studien sind veröffentlicht und frei zugänglich. Die Publikation »Fraunhofer-Forschung wirkt« bietet eine knappe Zusammenfassung der Kernaussagen dieser Studien und ist hier zum Download verfügbar:

www.fraunhofer.de/de/forschung/leistungsangebot/wirkung-von-fraunhofer-forschung.html.