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Alexander Krause von der JHT GmbH.

»Predictive Maintenance« lautet die Vision in der Industrie 4.0, also die globale digitale Überwachung und proaktive Wartung industrieller Großanlagen. Sie identifiziert Mängel und leitet automatische Reparaturprozesse ein, bevor ein Systemausfall passiert. Die Augmented-Reality-Technologien des Fraunhofer IGD können zu dieser Fragestellung und zu anderen entscheidend beitragen. Mit den AR-Technologien arbeitet die JHT GmbH – ein mittelständischer Sondermaschinenbauer, der Beschichtungs- und Kaschiersysteme sowie komplette Anlagen entwickelt. Wir sprechen mit dem Projektleiter Alexander Krause:

 

Was ist die Vision für Ihr Unternehmen?

Ausgangspunkt für unser Handeln ist immer die Frage, was wir dem Kunden anbieten müssen, damit dessen Produkt noch besser wird. Wir möchten die Kommunikation mit unserem Kunden und auch die zwischen Kunde und Maschine auf eine neue, intuitive Stufe heben. So ein Human-Machine-Interface ist für uns der Inbegriff der Industrie 4.0. Anfang 2018 haben wir in einem internen Workshop herausgearbeitet, was für uns eigentlich hinter diesem Schlagwort steht, was wir uns davon erhoffen und welche konkreten Anwendungsfälle wir sehen. Ergebnis war, dass wir die neuen Visualisierungsmöglichkeiten mit 3D- oder VR-Brillen bei uns im Betrieb gewinnbringend einsetzen wollen. Unsere Vertriebsmitarbeiter sollten im Kundengespräch die Maschine virtuell auf dem Tisch präsentieren können. Wir sind überzeugt, dass sich AR-Technologien gewinnbringend in etlichen Bereichen unserer Firma einsetzen lassen, egal ob in Entwicklung, Qualitätskontrolle oder Vertrieb.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit?

Es herrscht eine sehr offene und konstruktive Gesprächskultur. Jeder bringt sein Know-how ein, alle hören ohne Vorbehalte zu und im Anschluss wird diskutiert. Das IGD-Team kann unsere Vorstellungen mit seinem technologischen Expertenwissen unterlegen, in die richtigen Bahnen lenken und uns hier und da auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Gleichzeitig bringen wir durch unsere eigenen Anforderungen und unsere Kundenkontakte den direkten Draht zum Markt mit und wissen, wie die Arbeitsabläufe aussehen und welche Tools wirklich weiterhelfen würden – die beste Software ist nutzlos, wenn sie am Ende keiner kauft. Dieser gegenseitige Wissenstransfer und eine offene und direkte Kommunikation ist die Basis für eine gelungene Zusammenarbeit, von der alle Seiten profitieren.

Was raten Sie allen Unternehmern, die sich noch scheuen, an Forschungsprojekten mitzuwirken?

Gerade für mittelständische Unternehmen bieten Forschungsprojekte eine Möglichkeit, ein paar der Nachteile gegenüber den ganz Großen in der Branche auszugleichen. Wer mit begrenzten Budgets und ohne eigene Forschungsabteilung den technologischen Entwicklungen trotzdem nicht hinterherlaufen möchte, kann mit der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Forscherteams gar nichts falsch machen. Die Zeit dafür zu investieren, lohnt sich, weil das Ergebnis am Ende auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Gleichzeitig erhalten wir viele wertvolle Erkenntnisse, welche Prozesse wir bei uns im Haus schrittweise anpassen müssen, um optimal auf die Zukunft eingestellt zu sein. Letztlich gilt es auch, unseren Kunden, die selbst visionär denken, zu zeigen, dass wir immer einen Schritt weiterdenken und auch eigene Veränderungen nicht scheuen, um unsere Leistung stets zu optimieren. Nur wer nach vorne denkt und seine eigenen Ideen und Anforderungen an die Praxis mit einbringt, kann die Entwicklungen von morgen mitgestalten.