OTC-ReefMonitor

Automatisiertes Riffmonitoring am Beispiel des Künstlichen Riffs Nienhagen

Das Projekt Ocean Technology Campus-ReefMonitor verfolgt das Ziel, ein umfassendes, digitalisiertes und automatisiertes Monitoring der Biodiversität am künstlichen Riff Nienhagen in der Ostsee zu etablieren. Über eine Laufzeit von 2025 bis 2027 werden historische und aktuelle Biodiversitätsdaten gesammelt, konsolidiert und mithilfe moderner Technologien wie Unterwasserrobotik und KI-gestützter Bildauswertung analysiert. Damit werden neue Standards für das Biodiversitätsmonitoring geschaffen und Handlungsempfehlungen für den nachhaltigen Schutz mariner Lebensräume abgeleitet.

Die Ostsee steht durch Klimawandel und menschliche Nutzung vor enormen ökologischen Herausforderungen. OTC-ReefMonitor bündelt über 20 Jahre erhobene Biodiversitätsdaten und setzt erstmals auf ein automatisiertes Monitoring mittels Unterwasserrobotik und KI-gestützter Kamerasysteme. Das Fraunhofer IGD Rostock entwickelt dabei in seinem Teilprojekt Algorithmen zur optischen Erfassung und Analyse des Fischbestands. Ziel ist die Schaffung einer einheitlichen, zukunftsfähigen Datenbank, die den Wandel der Artenvielfalt nachvollziehbar macht und als Blaupause für weitere marine Monitoringprojekte dienen kann.

Projektbeschreibung

Zielsetzung und Motivation

Nachhaltige Bewirtschaftung von Fischbeständen setzt eine verlässliche, kontinuierliche Überwachung voraus. OTC-ReefMonitor nutzt dafür moderne bildgebende Verfahren: Fische werden kameraoptisch erfasst – minimalinvasiv, kostensparend und damit besonders nachhaltig. Die so gewonnenen Daten bilden die Grundlage, um Veränderungen und Fluktuationen in Artenbeständen frühzeitig zu erkennen und Managementmaßnahmen evidenzbasiert auszurichten.

Vorgehen und Arbeitsteilung

Das kameragestützte Fischmonitoring ist eine Kernkompetenz des Fraunhofer IGD und wird gemeinsam mit der FIUM GmbH umgesetzt. FIUM übernimmt die Ausbringung der Kameras im Riff und führt parallel zur kameraoptischen Bestandsaufnahme das klassische Monitoring durch. Beide Datenströme – aus dem automatisierten Riffmonitoring und den konventionellen Erhebungen – werden qualitätsgesichert in eine zentrale Datenbank eingepflegt.

Analyse und Mehrwert

Die Kameradaten werden mittels KI-basierten Algorithmen ausgewertet, um Arten zu detektieren, Individuenzahlen abzuschätzen und dadurch räumlich-zeitliche Muster ableiten zu können. In Kombination mit den klassischen Monitoringdaten entsteht ein belastbares, skalierbares Bild der Bestandsentwicklung. OTC-ReefMonitor soll damit eine effiziente Monitoring-Infrastruktur liefern, die Kosten senkt, Eingriffe minimiert und die Grundlage für eine langfristig nachhaltige Bewirtschaftung von Fischbeständen schafft.

 

© Fraunhofer IGD

Relevanz für Anwender

OTC-ReefMonitor richtet sich an Fachpersonal aus Wissenschaft, Umweltmanagement und Industrie, die an nachhaltigen Lösungen im Meeres- und Küstenschutz interessiert sind.

Projektpartner

Das Projekt wird gemeinschaftlich vom Fraunhofer IGD, Fraunhofer IKTS, Fraunhofer IOSB-AST, FIUM GmbH und IfAÖ GmbH umgesetzt. Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit werden Kompetenzen in Meeresbiologie, KI, Robotik und Datenmanagement gebündelt.

Branche

Maritime Wirtschaft: Umwelttechnologie und Meeresforschung