© Fraunhofer IGD

Florian Kirchbuchner und die Schaltkonsole des intelligenten Fußbodens.

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Der intelligente Fußboden erkennt durch Sensoren unter dem Teppich Stürze von älteren Personen und kann im Ernstfall das Personal oder Angehörige informieren und auch die Eingangstür zur Wohnung entriegeln.

Die Verantwortung liegt somit auch bei den Nutzenden?

Genau. Dazu muss er aber vor allem informiert sein. Ein Problem ist oft, dass die Vernetzung der Daten untereinander nicht klar ist. Was passiert mit den Daten? Oft erfahren die Nutzer durch die Presse erst lange Zeit später, dass eine Firma gehackt wurde. Hier herrscht noch großer Forschungsbedarf.

Wie erreicht man die Nutzer, wie klärt man sie auf?

Man muss den Menschen unterschiedlich begegnen, ein Video in der Tagesschau reicht hier nicht aus. Die jüngeren Generationen sind oft wesentlich technikaffiner und sich gewisser Problematiken bewusst, während Senioren beispielsweise einen anderen Begriff von Privatsphäre haben. Das Messen der Körpertemperatur ist den älteren Generationen nicht von Bedeutung, während private Fotos von Familienfeiern in den eigenen vier Wänden ungern auf einer Cloud gesehen werden.

Ihre Abteilung ist für die Sensorik im smarten Wohnheim »WoQuaz« in Weiterstadt zuständig. Wie reagieren die Bewohner?

Sie reagieren relativ offen, da sie schon beim Einzug wissen, was auf sie zukommt. Natürlich wissen nicht alle ganz genau, was unsere Sensoren messen – beispielsweise können wir an den Bewegungsmustern erkennen, wie oft die Person auf Toilette war. Damit rechnen sie nicht, obwohl sie wissen, dass wir die Bewegungsdaten für Komfortfunktionen aufnehmen. Wir reden mit den Bewohnern offen darüber, und an diesem Punkt kommt oft die Rückfrage, ob sie die Funktionen auch ausstellen können. Unser System hat den Vorteil, dass jeder Bewohner einen eigenen Schaltschrank besitzt – man muss nur einen einzigen Schalter umlegen, und unser intelligenter Fußboden ist blind. Das Wissen über diese Kontrolle beruhigt die Nutzer sehr.

Woran arbeiten Sie zurzeit im Cybersicherheitszentrum?

Derzeit bauen wir ein Demonstrations- und Simulationslabor, um die Sicherheit von Smart-Home-Umgebungen zu testen (Herr Kirchbuchner ist Principal Investigator im Cybersicherheitszentrum, Anm. d. Red.). Dort kreieren wir ein virtuelles Smart Home, in dem sich eine Person bewegt und Daten erzeugt. Diese Daten attackieren wir gezielt und arbeiten gemeinsam mit Psychologen der TU Darmstadt daran, diese Angriffspunkte zu visualisieren.

Smart Living

Intelligente Wohnumgebungen erleichtern vielen Menschen den Alltag - können im Ernstfall aber auch Leben retten. Der von uns entwickelte intelligente Fußboden erkennt Stürze. Wird er mit weiteren intelligenten Gegenständen verbunden, kann beispielsweise ein Notruf abgesetzt, die Familie informiert und die Eingangstür geöffnet werden.

Biometric Technologies

Biometrie ermöglicht die Erkennung des Menschen durch die Maschine. Dafür werden bestimmte Merkmale herangezogen, anhand derer der Mensch wiedererkannt werden kann. Zu den bekanntesten biometrischen Verfahren zählen Fingerabdruck-, Iris- und Gesichtserkennung.

Ansprechpartner:

Smart Living & Biometric Technologies
Fraunhoferstr. 5
64283 Darmstadt
Telefonnummer +49 6151 155-425
  • florian [dot] kirchbuchner [at] igd [dot] fraunhofer [dot] de (E-Mail senden)