Umfassende Dentalbildanalyse

Im Dentalbereich stellen Bilddaten (Röntgenaufnahmen) die initiale Informationsquelle für eine erste Einschätzung des Gesundheitszustandes eines Patienten dar und dienen außerdem als Grundlage für die weitere Planung des Behandlungsverlaufes. Dabei kommen sowohl Extraoral Aufnahmen, wie das Orthopantomogramm (OPG) oder Fernröntgenseitenbilder (FRS), als auch Intraoral-Aufnahmen, wie Bissflügelaufnahmen, zum Einsatz. Das OPG ist hierbei die typische initiale Aufnahme, da alle Zähne inklusive Wurzel gut sichtbar abgebildet werden.

Umfangreichere Analysen kosten Zeit

Die in den Aufnahmen erkennbaren Merkmale (Karies, Füllung, etc.) der Zähne muss der Arzt zunächst visuell analysieren und anschließend dokumentieren. Umfangreichere Analysemethoden, wie die Bestimmung von Winkeln und Verhältnissen zwischen manuell zu identifizieren Landmarken in Fernröntgenseitenbildern erfordern nochmals deutlich mehr Zeit und Aufwand.

Automatisiert extrahierte Informationen unterstützen Arztpersonal

Die Abteilung Visual Healthcare Technologies arbeitet in diesem Bereich an Lösungen, die es ermöglichen, die Bilddaten automatisch zu analysieren und die extrahierten Informationen dem Arzt zur Verfügung zu stellen. Dabei werden als grundlegender Schritt zunächst die Konturen der einzelnen Zähne vollautomatisch in den Aufnahmen gefunden. Hierbei wird das domainspezifische Wissen der Experten über ein statistisches Modell abgebildet, welches sowohl die relativen Lagebeziehungen als auch die Formvarianz der Zähne abbildet. Dieses Modell wird, unter Verwendung von Deep Learning, zunächst initial auf einer Aufnahme platziert. Anschließend können die Zähne in der Aufnahme identifiziert und deren Konturen gefunden werden.

Das vorliegende Orthopantomogramm, eine zweidimensionale Röntgenaufnahme des Ober- und Unterkiefers.
Die finalen Segmentierungen der Einzelzähne können nun genutzt werden, um individuelle Merkmale dieser Zähne zu finden und gesammelt zur Verfügung zu stellen.