Digitaler Pflegekatalog GIDEA

Systematische Bewertung von Pflegetechnologien für Praxis, Entwicklung und Versorgung

© Fraunhofer IGD

Pflegeeinrichtungen stehen unter hohem strukturellem Druck. Fachkräftemangel, steigende Versorgungsbedarfe und wachsende Dokumentationsanforderungen prägen den Arbeitsalltag. Gleichzeitig wächst der Markt digitaler Assistenztechnologien dynamisch. Für Einrichtungen, Kostenträger und politische Entscheidungsträger stellt sich zunehmend die Frage, wie Innovationen gezielt, wirksam und nachhaltig in die Versorgung integriert werden können.

Welche Technologien lösen welche Probleme in der Pflege tatsächlich?
Der Digitale Pflegekatalog schafft Orientierung in der Vielzahl der Innovationen durch strukturierte Daten, transparente Bewertungsmechanismen und praxisnahe Erprobungsszenarien.

Im Projekt GIDEA entwickeln das Fraunhofer IGD, der Caritasverband Darmstadt und die Frankfurt University of Applied Sciences eine ganzheitliche Innovationsmethodik, um belastende indirekte Tätigkeiten in der stationären Langzeitpflege systematisch zu identifizieren und gezielt mit digitalen Assistenztechnologien zu adressieren.

Orientierung in einem dynamischen Innovationsfeld

Digitale Lösungen versprechen Entlastung. Ihre tatsächliche Wirkung im Pflegealltag ist jedoch häufig schwer vergleichbar. Unterschiedliche Qualitätskriterien, fehlende Transparenz und begrenzte Erprobungsmöglichkeiten erschweren fundierte Investitionsentscheidungen.

GIDEA entwickelt deshalb einen dynamischen Kriterienkatalog, der technologische, soziale, organisatorische und wirtschaftliche Bewertungsdimensionen systematisch zusammenführt. Auf dieser Grundlage entstehen nachvollziehbare und vergleichbare Entscheidungsgrundlagen für Pflegeeinrichtungen, Entwickler, Hersteller und Kostenträger.

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Erproben vor der Einführung

Ergänzend wird eine Mixed Reality Testumgebung aufgebaut, in der digitale Assistenztechnologien realitätsnah getestet werden, bevor sie in den Pflegealltag integriert werden. Belastende Arbeitssituationen werden in virtuelle Szenarien überführt und gemeinsam mit Pflegekräften evaluiert.

Die Verbindung aus strukturierter Bewertung und partizipativer Erprobung stärkt die Qualität digitaler Innovationen, ihre Akzeptanz in der Praxis und ihre nachhaltige Integration in die Versorgung.

Beitrag des Fraunhofer IGD

Das Fraunhofer IGD übernimmt die federführende Entwicklung des Kriterienkatalogs sowie der zugrunde liegenden Plattformarchitektur.

Dazu gehören die wissenschaftliche Strukturierung aller Bewertungsdimensionen, die Modellierung von Indikatoren und Scoring Mechanismen sowie der Aufbau eines skalierbaren, datenbankgestützten Systems. Neue Technologien, Kriterien und Gewichtungen können dynamisch integriert werden.

Zudem stellt das Fraunhofer IGD sicher, dass der Kriterienkatalog mit bestehenden Dokumentations und Bewertungsprozessen in Pflegeeinrichtungen kompatibel ist. Durch die enge Abstimmung mit den Praxispartnern wird das System iterativ validiert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Projektinformation

Förderung

  • DATIpilot
  • Modul 2 Innovationscommunities
  • Projektträger Jülich im Auftrag der DATI

Projektpartner

  • Caritasverband Darmstadt e. V. Koordination
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Laufzeit

01.07.2025 bis 30.06.2027