Problem und Zielsetzung
Aquakulturelle Produktionssysteme erfordern belastbare Informationen zu Bestandsgröße, Wachstum, Gesundheitszustand und Verhalten der Tiere. In der Praxis beruhen zentrale Managemententscheidungen jedoch häufig auf manuellen Stichproben oder indirekten Annahmen. Diese Verfahren sind zeitaufwendig, erzeugen Stress für die Tiere und liefern nur begrenzt repräsentative Daten für große oder dichte Bestände.
Hinzu kommen anspruchsvolle Umweltbedingungen unter Wasser: eingeschränkte Sicht, wechselnde Lichtverhältnisse, hohe Tierdichten und kontinuierliche Bewegung. Daraus ergibt sich der Bedarf an robusten, nicht-invasiven und kontinuierlich einsetzbaren Monitoringsystemen, die unter realen Produktionsbedingungen valide und skalierbare Entscheidungsgrundlagen bereitstellen.
Vor diesem Hintergrund entsteht ein kamerabasiertes, KI-gestütztes Monitoring aquatischer Organismen, das Bestands-, Gesundheits- und Verhaltensdaten automatisiert erfasst und in managementrelevante Kennzahlen überführt.
Unterwasser-Bildverarbeitung und Systeminfrastruktur
Die Datenerhebung erfolgt über speziell entwickelte Unterwasserkamerasysteme, die autonom oder kabelgebunden betrieben werden können. Die Systeme sind mit eingebetteten Recheneinheiten ausgestattet und erlauben sowohl Edge- als auch Cloud-basierte Auswertung.
Der Einsatz ist in unterschiedlichen Produktionsumgebungen möglich, darunter Kreislaufanlagen (RAS), Fließgewässerstrukturen wie Fischaufstiege sowie Netzgehege in der Marikultur. Die Hardware- und Softwarearchitektur ist modular konzipiert und auf langfristigen Betrieb unter rauen Umweltbedingungen ausgelegt.