Bewegungs- und Aktivitätsdaten können helfen, Veränderungen frühzeitig sichtbar zu machen, Pflegeprozesse objektiver zu analysieren und dokumentationsintensive Tätigkeiten perspektivisch zu unterstützen. Dafür müssen körpernahe Sensorik, zuverlässige Datenübertragung und künstliche Intelligenz nahtlos zusammenspielen. ActiveSense verbindet diese Bausteine in einer modularen Forschungsplattform des Fraunhofer IGD.
Wie lassen sich körpernahe Sensordaten zuverlässig erfassen, übertragen und in nutzbare Informationen für Gesundheit und Pflege übersetzen?
Vom Sensor zur verwertbaren Information
ActiveSense erfasst Bewegungs- und Kontextdaten mit einem kompakten, körpernah getragenen Sensor. Die Messdaten werden zeitlich synchronisiert, übertragen und in einer Datenplattform gespeichert. Dort stehen sie für Visualisierung, Signalverarbeitung und KI-basierte Auswertung zur Verfügung.
Die modulare Architektur erlaubt es, Sensorik, Kommunikationswege und Analyseverfahren an unterschiedliche Forschungs- und Anwendungsszenarien anzupassen. Im Mittelpunkt steht damit nicht ein einzelnes Endgerät, sondern die vollständige Verarbeitungskette – von der Datenerfassung am Körper bis zur interpretierbaren Information für Forschung, Gesundheit und Pflege.
Robuste Datenkommunikation in realen Umgebungen
Für den Einsatz in Gesundheitseinrichtungen muss Sensordatenerfassung auch dann zuverlässig funktionieren, wenn Funkverbindungen nicht überall stabil verfügbar sind. Das weiterführende ActiveSense-Kommunikationskonzept sieht deshalb lokale Knoten und ein selbstorganisierendes Mesh-Netzwerk vor. Daten können über mehrere Knoten bis zum Backend weitergeleitet werden.
Bei einem Verbindungsabbruch können Messdaten lokal zwischengespeichert und nach Wiederherstellung der Verbindung synchronisiert werden. Backend-Schnittstellen, Datenbank und Monitoring sind dabei als getrennte Komponenten ausgelegt. Das erleichtert die Erweiterung um weitere Sensoren, Dashboards, Alarme oder spezifische Schnittstellen zu bestehenden Anwendungen.