iTACITUS
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Projektbeschreibung
Neue Interaktions- und Trackingänsätze für mobile AR
Ziel von iTACITUS, ein Projekt des sechsten Rahmenprogramms, ist die Entwicklung eines mobilen, individuell nutzbaren Informationsystems im Kulturerbebereich. Durch die Kombination digitaler Reiseplanung, Navigation, ortsgebundenen Informationen, basierend auf einer Datenbank mit historischen und kulturellen Inhalten, entsteht nicht nur ein umfassendes Informationssystem sondern auch ein besonderes mediales Erebnis für historisch-kulturell interessiete Touristen und Reisende.
Das Fraunhofer IGD übernimmt dabei die Entwicklung eines “Mobile Augmented Reality (AR) Guide Framework” für Kulturerbestätten. Durch das Framework stehen nicht nur forgeschrittene, markerlose Trackingverfahren auf mobilen Computern zur Verfügung, sondern es enstehen auch neue Möglichkeiten für Interaktionskonzepte, die Touch- und Bewegungserkennung beinhalten. Neben visuellen Komponenten digital annotierter Landschaften und mit digitalen Informationen überlagerter Umgebungen, enthält das Framework auch reaktive akustische AR-Module.
Das markerlose Tracking basiert auf einem optischen Informationsfluss: Es wird lediglich die Kamerarotation bestimmt und angenommen, der Nutzer steht auf einer Stelle. Dadruch ist das Systemin der Lage, gute und echtzeitfähige Framerates selbst auf mobilen Geräten zu erreichen, wodurch sich eine große Anzahl neuer möglicher Anwednungen für den Innen- und Aussenbereich ergeben.
Die AR-Anwendung ermöglicht dem Nutzer, Informationen einer Sehenswürdigkeit digital auf einfachste Weise zu erkunden. Wird die Kamera des mobilen Computers auf den Ort von Interesse gerichtet, erhält der Nutzer unmittelbar weitere Informationen in Form interaktiver AR-Überlagerungen auf dem Display des Gerätes. Es ensteht der Eindruck eines See-Through-Effekts, als ob der Nutzer durch das Gerät hindurch auf die reale Welt schaut, die mit den virtuellen Objekten und Informationen förmlich erweitert ist.
Die virtuellen Objekte reagieren und verändern sich abhängig von der Position des Benutzers. Berührt man das Display oder wird der mobile Computer geschüttelt, ergeben sich zusätzliche Interaktionsmöglichkeiten. Räumlich-Akkustische AR bringt zudem das ursprüngliche Ambiente des Ortes zurück: Während der Benutzer durch die Räume geht, erhält er einen auditiven Eindruck, wie es an diesem Ort früher war und wie sich Leute dort verhielten, indem er den Gesprächen und Geräuschen vor Ort zuhört. Dadurch, dass die Sounds räumlich verortet sind, kann sich ein Nutzer förmlich ein plastisches, räumliches Bilder der Situation machen.
