Digitalisierung von Kulturerbe

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Fraunhofer IGD, Digitalisierung von Kulturerbe
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung - Digitalisierung von Kulturerbe

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Überblick

In unseren Museen existieren riesige Kulturschätze. Aber von den vielen Millionen Kunstobjekten und musealen Artefakten warten etwa 90 Prozent in Archiven auf deren „Entdeckung“. Die digitale 3D-Dokumentation von Kulturgütern (sowohl der Ausstellungsstücke als auch der Archivstücke) bietet ein bislang noch nicht einmal im Ansatz erfasstes Nutzungs- und Marktpotenzial:

  • praktisch beliebige Verfügbarkeit und parallele Zugreifbarkeit (auch in unterschiedlicher Qualität) von digitalen 3D-Repliken von Kulturobjekten für Kulturhistoriker
  • Einsatz von digitalen 3D-Modellen im Museumsbetrieb, z.B. zur Ausstellungsplanung, Dokumentation, Beschaffungsplanung.
  • virtuelle Präsentation (in Kombination mit neuen Präsentationstechniken, wie z.B. hybride Exponate) für die Öffentlichkeit als Mittel zur Attraktivitätssteigerung
  • physische Repliken auf der Basis des digitalen 3D-Modells
  • Ersatz für Ausleihe (Vermeidung von Beschädigung, Versicherungskosten, Rechtsunsicherheit zu Eigentum)
  • Wiederverwendung der historisch-korrekten 3D-Modelle in der Spiele- und Filmindustrie sowie in digitalen Architektur-Rekonstruktionen

Nicht zu vergessen ist die digitale Archivierung. Wie vergänglich unser Kulturgut ist, beweisen die Katastrophen in dem Historischen Archiv der Stadt Köln und in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar

Doch bislang war die 3D-Digitalisierung prohibitiv teuer. Nach Untersuchungen des Victoria and Albert Museums in London werden pro Objekt 5 bis 20 Stunden mit einem Streifenlichtscanner benötigt um alleine seine Geometrie und Textur in 3D zu erfassen, ohne seine Blickwinkel abhängigen Materialeigenschaften zu vermessen.

Durch Fortschritte in der 3D-Digitalisierungs- und Automatisierungstechnik ist deren wirtschaftlicher Einsatz in greifbare Nähe gerückt, erstmals Kulturgüter aus Archiven und Ausstellungen in großen Mengen digital erfassen zu können.

Die Abteilung für Digitalisierung von Kulturerbe entwickelt schnelle, wirtschaftliche Digitalisierverfahren für die originalgetreue, virtuelle Reproduktion realer Objekte, welche sowohl ihre Geometrie und Textur als auch ihre physikalisch-optischen Materialeigenschaften automatisiert vermessen und erfassen können. Die eingesetzten Rekonstruktionsverfahren erfassen Objekte mit verschiedensten optischen Sensoren und Lichtquellen unter möglichst gleichen Umgebungsbedingungen für vergleichbar hohe Qualität.