Verallgemeinerte Digitale Dokumente
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fragestellungen, die im Kontext klassischer Dokumente bestens bekannt sind, sind bei multimedialen Daten zum Teil noch gar nicht eindeutig formulierbar. Kann man die so genannten »Thumbnails« noch als »Abstract« eines Bildes ansehen, so ist in einem anwendungsunabhängigen Sinn nicht klar, was denn der »Abstract« eines komplexen 3D-Modells oder eines Videos sein sollte.
Und obwohl der gesamte CAE-Bereich schon lange die rasante Zunahme von »digitally born artefacts« beobachtet, also von Objekten, die bereits vollständig im Rechner erstellt wurden, fehlen doch noch immer tragfähige Konzepte zur Formulierung von Suchanfragen oder zur Indexierung dieser Objekte, wenn man davon absieht, die Objekte zuerst textuell zu beschlagworten. Diesen Ansatz hat man zu Beginn verfolgt und setzt ihn in Ermangelung von Alternativen auch noch immer dort ein, wo die Arbeitszeit zur Verschlagwortung vorhanden ist. Nimmt die Geschwindigkeit bei der Variantenkonstruktion aber weiter zu, dann ist die Nachbearbeitungszeit zur Auszeichnung der Modelle einfach nicht mehr vorhanden und die Daten sind langfristig nicht mehr auffindbar.
Die Probleme sind aber nicht nur im Ingenieurbereich angesiedelt. Die Theseus Initiative belegt, dass das effiziente Ablegen/Indexieren/Auffinden von multimedialen Objekten zu den großen informationstechnischen Herausforderungen gehört. Dieses Themengebiet soll sich also mit der Indexierung, der Suche, dem Abstracting, der Formulierung von domänenspezifischen Suchanfragen und dem Transport und der Lagerung von Bildern, Videos, Modellen und Volumendaten befassen.
